Reflexarbeit: IntegratiO

 

Ob der Philipp heute still wohl bei Tische sitzen will? Also sprach in ernstem Ton der Papa zu seinem Sohn, und die Mutter blickte stumm auf dem ganzen Tisch herum. Doch der Philipp hörte nicht, was zu ihm der Vater spricht. Er gaukelt und schaukelt, er rappelt und zappelt auf dem Stuhle hin und her. "Philipp, das missfällt mir sehr!"
„Die Geschichte vom Zappel-Philipp“ aus dem Kinderbuch
„Struwwelpeter“ (1845) von Heinrich Hoffmann

Kinderzeichnung Mann mit Gehirn im Kopf

 

 

Das Konzept der ‚Bilateralen Integration’ wurde von Sheila Dobie, Gründerin des INPP (Institut für Neuro-Physiologische Psychologie) Scotland, entwickelt, die intensive Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit spezifischen Lernschwierigkeiten gesammelt hat, die trotz guter Intelligenz in der Schule versagen und den alltäglichen Anforderungen nicht gerecht werden können.

‚Bilaterale Integration’ hat Auswirkungen auf die „Hemmung primitiver Reflexe, die Normalisierung des Muskeltonus, so dass die Körperteile unabhängig (unilateral) oder zusammen (bilateral) arbeiten können, auf die harmonische Zusammenarbeit beider Körperseiten und von Ober- und Unterkörper sowie auf die Hemmung von Overflow“ (Reizüberflutung) (Sherill, 1993).

Die Neuroplasitizität des Gehirns macht es möglich, den Kindern durch bestimmte Übungen eine Chance zu geben, Defizite zu  überwinden und Verbesserungen der integrativen Funktionen des sensorischen Systems zu erreichen. Diese Übungen fördern die Lernfähigkeit durch:

  • verbesserte Koordination und Gleichgewicht
  • Stimulation der Wahrnehmungsfähigkeit
  • Regulierung der Aufmerksamkeit
  • Ermöglichung von Verhaltensänderungen

© 2011 Dr. med. Jochen Wild I Orthopädische Praxis GrünstadtImpressum